Das Benkhauser Schloss gehört zwar genaugenommen zu Gestringen, ist aber trotzdem eine der Hauptsehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Es befindet sich gegenüber der Gebäudekomplexe der Grundschule Benkhausen und des Heimathauses Fiestel.

Das Gut Benkhausen entstand 1510 durch die Aufteilung des Gutes Ellerburg zwischen den Erben der Familie von Münch. Zwischen 1657 und 1683 wurde das Schloss errichtet und blieb im Wesentlichen in dieser Form erhalten. Philip Münch vererbte das Gut 1773 an Philipp Clamor von dem Bussche, der den Namen von dem Bussche-Münch annahm. Nach dessen Tod erbte sein Sohn Georg von dem Bussche-Münch das Anwesen. Dessen Sohn und Erbe Clamor Philipp von dem Bussche-Münch starb 1875. Nachdem seine drei Kinder kurz darauf starben, erlosch dieser Zweig der Familie 1878 und das Gut kam durch Erbgang an die Freiherren von dem Bussche-Ippenburg. Neuer Eigentümer wurde Karl Freiherr von dem Bussche-Münch (1861–1900), der den Namenszusatz Münch annahm. Dessen einziger Sohn Alhard (* 1897) hatte keine Kinder und verkaufte 1962 das Gutshaus Benkhausen.

Der landwirtschaftliche Betrieb ging Ende der 1920er Jahre in Konkurs, während das Herrenhaus bei der Familie verblieb.

Das Gutshaus wurde 1945 von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und als Hauptquartier der Britischen Rheinarmee, ab 1952 auch als Kommandostand der Britischen Marine genutzt und erst 1955 den Besitzern zurückgegeben. 1962 wurde Schloss Benkhausen an die Diakonische Stiftung Wittekindshof verkauft und bis 2009 als Wohn- und Betriebsstätte für Menschen mit Behinderung genutzt. Als bautechnische Sicherheitsauflagen nicht mehr erfüllt werden konnten, wurde die Nutzung aufgegeben, was einen Leerstand der Immobilie ab 2009 zur Folge hatte. Ende 2010 erwarb die Espelkamper Unternehmerfamilie Gauselmann das Schloss Benkhausen mit allen Nebengebäuden und der Parkanlage und baute sie von 2011 bis 2013 zu einem Schulungszentrum der Gauselmann AG mit Beherbergungsmöglichkeit um. Neben dem Seminarbetrieb finden traditionelle Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt, Kunstwoche und sonstige Kulturveranstaltungen sowie standesamtliche Trauungen auch weiterhin statt. In einer Scheune der Vorburg ist das Deutsche Automatenmuseum untergebracht.

Besonders zu erwähnen ist der sehr schön gestaltete Garten mit dem mittig angeordneten Pavillon sowie der weitestgehend erhaltene alte Baumbestand. Die Grabstätte derer von Münch in der Sichtachse vom Schloss zum Mittellandkanal wurde wieder sicht-und begehbar gemacht. Ein neuer Bootsanleger am Kanal für Ausflugsschiffe der Minden-Ravensberger Schifffahrtsgesellschaft wurde 2019 eingeweiht.

Quelle für Teile des Textes / Bilder: Wikipedia, Gauselmann
Zurück zum Anfang